SonntagsDing: kleines 1 x 1 der Wollstoffe

Einen mollig warmen Sonntag wünschen wir euch! Zeit für’s nächste #Sonntagsding ❤

Heutzutage kann man sich für seine selbstgenähte Kleidung jede erdenkliche Stoffart aus allen möglichen Rohstoffen kaufen.

Wir, Maria von mialuna und Luzie von Lumali bevorzugen seit einiger Zeit Stoffe aus Wolle und möchten euch deswegen im heutigen Sonntagsding diese Stoffe und die Eigenschaften von Wolle kurz vorstellen.

Wolle hat einige zauberhafte Eigenschaften, die in der Form so kein anderes Material hat.

Sie wärmt bei Kälte und ist angenehm kühlend bei Hitze, daher kann man das ganze Jahr über Kleidung aus Wolle tragen. Zudem nimmt Wolle nur wenig Gerüche auf und wird als selbstreinigend bezeichnet. Kleidung aus Wolle muss nur selten gewaschen werden. Wolle ist atmungsaktiv und durch die krause Beschaffenheit isolierend. Wolle kann bis zu 40% des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen ohne sich dabei feucht anzufühlen.Außerdem hat Wolle einen natürlichen Lichtschutzfaktor von bis zu 50 Lsf.

Besonders beliebt für Kleidung ist Merinowolle, weil sie im Vergleich zu normaler Wolle deutlich weniger kratzt. Das liegt daran, dass die Merinoschafe zu den Feinwollschafen gehören und ihre Haarstruktur dünner und feiner ist als die von anderen Schafrassen.

Was bedeutet „mulesingfrei“?

Mulesing ist ein Verfahren, das häufig in Australien bei Merinoschafen angewendet wird. Dabei wird den Schafen ohne Narkose ein Teil der Haut um den After herum weggeschnitten, um den Befall durch Parasiten zu vermeiden. Dieses Verfahren ist für die Tiere schmerzhaft, daher ist es sehr umstritten. Beim Kauf von Wollstoffen sollte daher unbedingt darauf geachtet werden, dass es sich um mulesingfreien (mulesingfree) Stoff handelt.

Kleines 1×1 der Wollstoffe

Wollwalk

Wollwalk ist ein gestrickter Wollstoff, der durch Einwirken von Druck, Schieben, Pressen und Stauchen (Walken) in Seifenlauge verdichtet (verfilzt) wird. Anschließend ist die ursprüngliche Struktur nicht mehr erkennbar.Er ist wind- und wasserabweisend und kann durch zusätzliches Fetten nahezu wasserdicht gemacht machen.

Wollwalk ist durch die gestrickte aber verfilzte Struktur trotzdem leicht dehnbar. Wenn der Walk stark anfängt zu pillen, ist es ratsam, dem Walk eine Wollkur zu gönnen, dabei wird er nachgefettet.Verwendet wird diese Stoffart am liebsten für Jacken, Mäntel, Outdoorhosen aber auch Kleider, Pullunder und Accessoires wie Mützen und Handschuhe.

Walkloden

Walkloden wird durch das selbe Verfahren wie Wollwalk hergestellt, allerdings wird hierfür gewebte Wolle verwendet, was zur Folge hat, dass das Endprodukt nicht dehnbar ist. Es gibt auch noch viele andere Webstoffe aus Wolle, wie z.B. Tuchloden und Fischgrat. All diese undehnbaren Stoffe eignen sich hervorragend für Jacken und Mäntel.

Wollfrottee

Wollfrottee ist ein gestrickter, dehnbarer Stoff der auf beiden Seiten unterschiedliche Strukturen aufweist. Auf der einen Seite hat er kleine Schlaufen wie man sie von Handtüchern kennt, und auf der anderen Seite eine glatte Oberfläche wie normaler Strickjersey.

Der Stoff ist angenehm wärmend und die Schlaufen werden am Besten nach innen vernäht. Diese Stoffart eignet sich hervorragend für Baby – und Kinder Schlafwäsche sowie Oberbekleidung, wie Pullover und Jacken.

Wollfleece

Wollfleece ist die umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Fleece, da dieser beim Waschen kein Mikroplastik abgibt.

Hierfür wird ein gestrickter (also dehnbarer)Wollstoff aufgerauht bis er kuschelig weich und dick ist.Wollfleece ist sehr warm und eignet sich daher besonders gut für Winteroberbekleidung aller Art.

Wolljersey

Wolljerseys gibt es in verschiedenen Dicken und Qualitäten. Der Jersey ist in jedem Fall gestrickt und je höher das Flächengewicht um so dicker ist der Jersey.

Wolle-Seide Jersey

Eine Besonderheit ist der Wolle Seide Jersey, welcher aus 70% Wolle und 30% Seide (meist Maúlbeerseide) gestrickt wird. Er ist sehr leicht und sehr dehnbar und weist eine leicht glänzende, seidige Oberfläche auf.Dieser Stoff ist besonders weich und wird deshalb gern als 1. Schicht auf der Haut getragen.Er eignet sich sehr gut für Babykleidung, Unterhemden, Tops und Oberteile aller Art, sowie für Sommerkleidung.

Wie wäscht man Wollkleidung?

Durch die schon genannte selbstreinigende Wirkung sollte man Wollkleidung so selten wie möglich waschen. Besser ist es, sie in der Nachtluft auszulüften. Wollkleidung kann man bei Verschmutzung trocknen lassen, ausklopfen oder ausbürsten.

Generell sollte Wolle immer mit rückfettendem Wollwaschmittel gewaschen werden, um die natürlichen Zauberfunktionen zu erhalten. Gewaschen wird entweder im schonenden Wollwaschgang der Waschmaschine oder per Handwäsche.

Bei der Handwäsche ist es wichtig, dass man die Wolle nicht stark reibt oder wringt. Außerdem sollte man stets die gleiche Temperatur halten, etwa 30 Grad. Plötzliches Abkühlen oder Erhitzen lässt die Wolle ebenfalls verfilzen. Getrocknet werden sollte Wollkleidung liegend auf dem Boden, am besten auf einem Handtuch. Hängend ist die Gefahr groß, dass sich das Kleidungsstück verzieht, das würde die Passform ungünstig beeinflussen.

Walk sollte man von Zeit zu Zeit einer Wollkur unterziehen, dabei wird der Wollstoff mit Lanolin nachgefettet.

Wir hoffen euch das tolle Material etwas näher gebracht zu haben.

Vielleicht wollt ihr euch ja jetzt auch einmal daran wagen?

Oder habt ihr vielleicht schon einmal Wollstoffe vernäht?Lasst uns in den Kommentaren gerne ein Bild oder eine Info da.

Liebste Grüße,

Maria und Luzie ❤

Ein Kommentar zu “SonntagsDing: kleines 1 x 1 der Wollstoffe

  1. Tolle Übersicht und Erklärung der einzelnen Wollstoffe! Den Unterschied zwischen Wollwalk und Walkloden kannte ich noch nicht. Und dass man nachfetten kann, das war mir auch nicht bekannt. Danke!
    LG Sarah

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