SonntagsDing

SonntagsDing: Knopf von Hand richtig annähen

Knopf von Hand richtig annähen

Ich erinnere mich noch genau, wie meine Lehrerin an der Modeschule im Nähunterricht es fast immer geschafft hat, so lange an den Knöpfen zu zuppeln, bis sie sie am Ende doch in der Hand hatte!

Knöpfe annähen will gekonnt sein! Sie sollen halten, aber auch etwas locker sein und Platz für die Gegenseite der Knopfleiste lassen und ordentlich aussehen soll es auch noch. Wie das geht, will ich, Katja von Katjuschka, dir hier zeigen, damit deine Knöpfe in Zukunft alle garantiert halten.

Materialbedarf Knopf annähen

Du brauchst:
• einen Knopf
• eine Handnähnadel (die durch die Löcher des Knopfs passen muss)
• passendes Nähgarn
• eine Handscher
• eine Nähmaschinennadel

Schneide dir ein Stück Faden ab und fädle es in deine Handnähnadel ein, so das der Faden doppelt liegt. Dann nimmst du beide Fadenenden und machst einen Knoten. Hier zeige ich dir einen schnellen und effektiven Knoten.

Zuerst legst du dir das Fadenende (hier doppelt) um den Zeigefinger. Dann legst du den Daumen darauf, um es zu fixieren und schiebst ihn Richtung Fingerspitze. So rillt das Garn über die Fingerkuppe und verzwirbelt.

Wenn sich der Faden dann vom Zeigefinger herunterholt hat, kannst du den Mittelfinger zu Hilfe nehmen um die Schlaufe noch etwas zu halten, weiter am anderen Fadenende ziehen und das Ganze zieht sich zu einem Knoten zusammen.

Ich mag es nicht so sehr, wenn der Knoten auf der Rückseite zu sehen ist, deshalb steche ich von oben ein und vernähe das Fadenende später unter dem Knopf. Das geht aber nur, wenn der Knoten so fein ist, daß er später nicht stört.
Alternativ stichst du ganz normal von unten ein und oben wieder aus.

Die Stelle für den Knopf habe ich mir vorab mit einem Trickmarker markiert.

Jetzt gehst du von hinten durch den Knopf und von oben wieder auf die Rückseite. Danach stichst du wieder durch deine markierte Stelle und ziehst den Faden nach. Hier musst du gerade bei doppelt genommenem Faden darauf achten, daß sich keine Schlaufen oder Knötchen bilden.

Jetzt kommt der Trick mit der Nähmaschinennadel. Die steckst du einfach auf der Knopfoberseite unter das Garn. So dienst sie als Abstandhalter. Je nach Knopfleiste brauchst du hier nur einen kurzen oder etwas längeren Steg unter dem Knopf, also mehr oder weniger Abstand. Die Nähnadel hat 2 verschieden dicke Seiten und so kannst du mit ihr perfekt regulieren. Alternativ kannst du auch einfach ein Streichholz oder etwas anderes Ähnliches nehmen.

Nähe noch zwei oder drei Mal um die Nadel herum, ziehe den Faden immer schön fest und nimm dann die Abstands-Nadel wieder heraus. Wenn du jetzt den Knopf nach oben ziehst, hast du auf der Unterseite einen schönen Abstand bekommen, der im nächsten Schritt zu einem feinen Steg verarbeitet wird.

Um diesen Steg zu bekommen wickelt du den Faden einfach ein paar Mal unter dem Knopf drumherum. Das Fadenende vom Knoten halte ich dabei nach oben. So ist es später im Steg vernäht.

Zum Schluss machst du noch zwei Knoten um den Steg, damit alles gut hält. Hier alles richtig schön satt festziehen.

Nach dem letzten Knoten stichst du nochmal an der markierten Stelle ein und ein kleines Stückchen weiter weg wieder aus. Bleib dabei zwischen den Stofflagen. Im Normalfall hast du immer mindestens 2 Lagen Stoff dort, wo du einen Knopf annähst. Meistens ist es ja eine Knopfleiste. Bei mir ist das die Manschette vom Junikleid.
Jetzt kannst du das Fadenende knapp abscheiden. Bewege die Stelle etwas und das Ende rutscht nach innen und ist sauber und unsichtbar verwahrt.

Jetzt nur noch den Fadenanfang knapp abscheiden und fertig ist dein Knopf mit Steg!

Viel Spaß beim nächsten Knopf, den du annähst, und vielleicht denkst du dabei ja mal kurz an mich. Ich denke dabei jedenfalls immer an meine Lehrerin!

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