SonntagsDing

SonntagsDing: So kannst du Stoff sparen beim Zuschnitt

Heute am Muttertag wünschen wir Ebookmacher erst einmal allen Müttern einen wundervollen und erholsamen Sonntag! Lasst euch von euren Familien verwöhnen! Und vielleicht ist euch zur Feier des Tages ja auch etwas Nähzeit vergönnt …

Nicht nur für Mütter, sondern für alle Nähbegeisterten ist das heutige Sonntagsding gedacht, das ich, Kristina vom Label Firlefanz, für euch vorbereitet habe. 

Wer kennt das nicht? Du hast einen Meter Stoff gekauft…aber was sollst du daraus nähen? In diesem Monat drehen sich die Ebookmacher-Mottotage genau um dieses Thema: „Das näh ich mir aus 1 m Stoff“. Unsere stoffsparenden Schnittmuster – erhältst du aktuell mit 25 % Rabatt bei einigen Mitgliedern der Die Ebookmacher.

Vielleicht ist der Stoff beim Waschen eingelaufen oder man hatte ihn ursprünglich für einen anderen Verwendugszweck (oder ganz ohne Plan einfach spontan) gekauft. Und nun steht man da beim Zuschnitt und versucht die Schnittteile so zu puzzeln, dass doch noch alles hinkommt. Aber es geht einfach nicht. Was kann man dann machen? Ich habe da heute ein paar gut erprobte Tipps für euch.

1. Tipp: Teilungen

Teilungen kannst du bei allen Schnitten einfügen, egal ob Tasche, Accessoire oder Kleidungsstück. 

Und ganz oft helfen Teilungen schon, die Schnittteile so positionieren zu können, dass sie doch noch auf den vorhandenen Stoff passen. Ein paar schicke Varianten für Teilungen bei Kleidungsstücken sind z.B.: 

Oberteil/Kleid/Jacke: Passe am Rücken einzeichnen, Vorder- und/oder Rückenteil im Bruch teilen. Kleid auf Taillenhöhe teilen, 

Hose: Diagonale Teilungsnähte ober- oder unterhalb des Knies.

Kleid/Rock: Teilung im Saumbereich. 

Wenn Teilungen allein nicht reichen, dann kannst du natürlich an der Teilungsstelle auch einen Streifen eines anderen Stoffes einnähen. Auch bei Taschen ist das gut möglich. Aber Achtung: Kleidung bekommt durch das Einnähen eines anderen Stoffes meist einen etwas sportlicheren Look. 

Wo kann man schick Streifen einnähen und dadurch Stoff sparen und gleichzeitig ein Highlight setzen? 

Taschen: Hier ist vieles möglich, alles hängt vom Design der Tasche ab: Diagonal, waagerecht horizontal, überall kannst du die Tasche teilen und bei Bedarf noch Streifen eines anderen Stoffes einfügen. Achte nur darauf, dass keine zu dicken Nahtknubbel an Stellen entstehen, an denen eh schon viele Lagen aufeinandertreffen. 

Kleidung:

Ärmel: Senkrechte Streifen in der Ärmelmitte oder waagerechte Streifen auf beliebiger Höhe einfügen. 

Vorder- Rückenteil von Oberteilen: Senkrechte Streifen am Rücken (mittig), waagerechte Streifen vorne auf Brusthöhe, Passe aus anderem Stoff am Rücken. 

Kleider: 

Für einen etwas romantischen Look kannst du auch bei Oberteilen, Röcken und Kleidern einen Volant/Rüsche/Spitze in gewünschter Höhe an den Saum annähen und dadurch einige Zentimeter Stoff sparen.

Hosen: Knieeinsätze

Natürlich gibt es hier noch viel mehr Möglichkeiten, lass deiner Fantasie einfach freien lauf. 

2. Tipp: Fadenlauf abändern

Manchmal kann es helfen, den Fadenlauf etwas zu ignorieren, um alle Schnittteile platzieren zu können. Hier ist es wichtig, die Eigenschaften des Stoffes zu berücksichtigen. Bei bi-elastischer Strickware (Stoff, der sowohl quer- als auch längsealstisch ist) kannst du Teile (solange das Muster es zulässt) auch quer zum Fadenlauf zuschneiden. Bei Streifen oder geometrischen Mustern können sogar tolle Effekte dadurch entstehen. Aber Achtung: Wenn Strickware kaum oder gar nicht längselastisch ist, dann ist es nicht möglich quer zum Fadenlauf zuzuschneiden, wenn der Schnitt ausschließlich auf dehnbare Stoffe ausgelegt ist. Auch bei Webware ist ein Drehen des Fadenlaufs um 90 Grad oft möglich. Minimale Drehungen des Fadenlaufs (1 bis 3 Grad) sind bei Unistoffen oder unkomplizierten Mustern auch mal möglich, um ein Teil platzieren zu können. Hier solltest du aber etwas Erfahrung mitbringen, ob diese Drehung bei dem entsprechenden Teil und Stoff möglich ist, ohne dass sich etwas verzieht.

3. Tipp: Bündchen statt Saum oder Saum statt Bündchen

Der Schnitt ist aufs Säumen ausgelegt, du würdest aber alle Teile problemlos zuschneiden können, wenn Ärmel, Hosenbeine, Rock- oder Hosenbund oder Shirtsaum mit Bündchen wären? Dann zeichne dir einfach auf beliebiger Höhe eine Bündchenlinie ein und schneide das Bündchen doppelt so hoch wie den gekürzten Teil zu (Nahtzugabe an allen Kanten nicht vergessen und auch eine ggf. schon vorhandene Saumzugabe im Schnitt muss bedacht und dann weggekürzt werden). Ein Bündchen aus Hauptstoff sollte maximal so weit sein, wie die Saumweite des Schnittteils. Ein Bündchen aus Bündchenstoff darf noch um einiges schmaler sein, damit es nicht zu sehr ausleiert. 

Umgekehrt kann es auch mal sein, dass der Schnitt Bündchen beinhaltet, du aber nicht genügend Hauptstoff für Bündchen hast, eine schmale Saumzugabe aber funktionieren würde. Dann kannst du den Schnitt um die halbe Bündchenhöhe verlängern und eine schmale Saumzugabe hinzufügen (bedenke natürlich auch dabei immer evtl. schon vorab integrierte Nahtzugaben).

4. Tipp: Kürzen

Jetzt denkst du vielleicht erst einmal: Was? Ich soll den Schnitt kürzen, dann passt er doch gar nicht mehr. Aber, es kommt darauf an. Du kannst z.B. immer aus langen Ärmeln oder langen Hosenbeinen Dreiviertelärmel/-hosen machen. Klar, möchte man im tiefsten Winter wahrscheinlich lieber lange Ärmel haben, aber in der Übergangszeit kann das durchaus mal eine gute Alternative sein, auch bei Jäckchen. Auch Damenkleider und -shirts kann man oft 1 – 2 cm am Saum kürzen ohne dass es allzu kurz wird, vielleicht kürzt du das Oberteil sogar noch etwas mehr auf eine modische Crop-Länge, die besonders zu Röcken, kurzen Hosen oder High-Waist-Jeans richtig schick ist. 

Bei Accessoires oder Taschen ist evtl. auch ein Verkleinern der Schnittteile möglich, das hängt immer ein wenig vom Schnitt ab. 

5. Tipp: Raffungen reduzieren

Bei Schnitten mit Raffungen kann man oft ein wenig Stoff sparen, in dem man die Raffung etwas reduziert. Hier kann man einfach in der Mitte (evtl. Bruch) oder an den Rändern des gerafften Parts etwas an Mehrweite herausnehmen. Dadurch wird der Stoff dann zwar nicht mehr ganz so stark gerafft, aber das beeinträchtigt die Passform normalerweise nicht. Ausnahme: Raffungen am Ausschnitt bei körpernaher Damenkleidung können oft nicht einfach verändert werden, da sonst zu wenig Platz für die Oberweite vorhanden ist. 

Gut verändern kann man: Raffungen bei Volants, Rüschen, Rockteilen, Puffärmeln, Trompetenärmeln und ähnlichen Schnittteilen.

6. Minimale Naht- und Saumzugabe

Du nähst gerne mit großzügiger Naht- und Saumzugabe oder im Schnitt ist eine großzügige Zugabe enthalten (es gibt tatsächlich englischsprachige Schnitte mit einer sehr großzügigen Saumzugabe von 1,5 cm für dehnbare Stoffe)? Dann kannst du diese reduzieren oder so minimal wie möglich wählen um noch ein paar Zentimeter zu sparen. Natürlich musst du diese schmale Nahtzugabe dann beim Nähen auch genau einhalten können. Wenn du die Nahtzugabe z.B. auf 5 mm reduzierst, dann darf deine Nahtlinie auch nur 5 mm von der Stoffkante entfernt sein. Zeichne dir ggf. die Nahtlinie genau ein, damit du exakt nähst. Beachten musst du auch, dass bei Webware ggf. eine Versäuberung der Nahtzugabe noch möglich sein muss. Beim Saum hat man oft etwas mehr Spielraum und man kann ganz bequem eine 2,5 cm breite Saumzugabe auf eine 1,5 cm breite Saumzugabe reduzieren. Je nach Schnitt und Stoff muss man aber schon etwas geübt sein, um mit einer so schmalen Naht- oder Saumzugabe zurechtzukommen und man muss auch wissen, wo es möglich ist und wo man doch eine breitere Zugabe braucht. Dieser Tipp ist also eher für fortgeschrittenere Näher:innen als für Anfänger:innen geeignet. 

Das waren die Stoffspar-Tipps, die ich für dich habe. Natürlich ist es auch möglich, diese miteinander zu kombinieren. Ich hoffe, die Tipps helfen dir, wenn dein Stoff mal wieder knapp werden sollte. 

Wendest du schon regelmäßig einige dieser Tipps an oder kennst du noch andere Stoffspar-Tipps, die sich bewährt haben? Dann schreib das gerne in die Kommentare!

Kristina (Firlefanz)

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Ein Kommentar zu “SonntagsDing: So kannst du Stoff sparen beim Zuschnitt

  1. Gudrun sagt:

    Rocksäume haben normalerweise mehrere cm NZ. Diese kann man durch einen Beleg ersetzen, den man nach innen klappt. Dadurch spart man die Saumzugabe auf 7mm normale Nahtzugabe ein und muß doch das Muster nicht durch einen anderen Stoff strecken

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